Was für ein großartiges Projekt diese karolingische Klosterstadt doch ist! Da sie auf dem alten St. Galler Klosterplan basiert, erklärt sich auch der Name: Campus Galli hat also nix mit den Ga… – den Ga…. – den Galliern zu tun!
Seit 2013 gibt es diese mittelalterliche „Dauerbaustelle“, auf der sich gar mancherley Handwerkszünfte um größtmögliche Authentizität bemühen, wie hier schön dargestellt ist. Während der Arbeiten wird immer wieder festgestellt, wie findig und genial die Konstrukteure im Mittelalter waren und mit welch einfachen Mitteln man tatsächlich etwas Stabiles auf die Beine stellen kann.
So seyet unser Gast und sehet selbst! Zuerst im einzelnen das Holzhandwerk, den Bauplatz der Scheune, die Weberey/Färberey, den Gemüsegarten & den Paradiesgarten (aktuell ohne Zutritt), sowie die Korbmacherey:





















Desweiteren gelangt folgendes Handwerk zur Aufführung: die Töpferey (Tongrube leider zu schlecht in der Abbildungsqualität, dafür aber unter wissenschaftlicher Betreuung der hochehrbarlichen [grmpf] Universität zu Tübingen), die Schmiede (aktuell Nagelstudio), der Schindelmacher (mit erstaunlich stabilen Schindeldächern „seit 8 Jahren“), der Heilkräutergarten (mit dem obligaten Fenchel-Photo), der Drechslerey und Imkerey:



















Das Herzstück bildet die Holzkirche mit Campanile. Nicht nur, weil sie im Zentrum stehen, sondern weil sie nun seit Sommer fertiggestellt sind.
















Auf dem Marktplatz war am meisten los. Nicht nur wegen der Verpflegung oder des sehr interessanten Spezereyen- und Handwerks-Kleinkram-Standes namens Wurzelhaft (da gab es auch den Met! Hicks et nunc/Eingangsbildnis) oder gar des minder interessanten Schmuck- und Halbedelstein-Standes, sondern weil hier gleich 2 Gewerke (Steinmetze und Abbundplatz – Zimmerey) mit mehr Arbeitern zugange waren. Auch wenn es nicht immer streng nach karolingischen Gepflogenheiten ging – aber selbstverständlich ist es in Ordnung, sich nicht wegen der Atmosphäre Steinstaub in die Lunge oder ins Auge zu verbringen. Und wem ist er nicht aufgefallen, der Drechsler mit Augengläsern 😉 wobei P meint, sich zu erinnern, dass es letztes Jahr noch geheißen habe, wer hier arbeite, müsse Kontaktlinsen (eben unsichtbare Sehhilfen) tragen, weil eine Brille nicht zeitgemäß sei.
















P hatte sich besonders auf das Getier gefreut – aber ach, die Ziegen waren ausgeflogen und die Sauen rüsselten ohne erklärende Aufsicht einfach so in ihrem Pferch umher. Das war letztes Mal unterhaltsamer!






Ja, die Statistik ist echt enorm, knappe 3 Stunden für 3 km, und das hätte man zeitlich durchaus noch weiter auf die Spitze treiben können. Den einen oder anderen Schlenker hätten wir auch noch einbauen können, aber gegen Ende machte sich dann doch eine gewisse Sättigung breit, nostra maxima culpa …
