Nach der Ochsentour gestern war ein nettes Ziel im Nahbereich auserkoren, entweder Okehampton Castle, ziemlich ruiniert, oder Cotehele House, netter kleiner Landadel, gut in Schuss. Und bereits bei der Fahrt vom Gelände (bergauf), bringt die macchina wenig Leistung und stuckert herum. Mit letzter Kraft und viel Glück erreichten wir den Kirchparkplatz (heiliger Boden) und stellten erst mal den röchelnden Motor ab, bevor der von alleine ausgehen konnte und unseren wunden Seelen den Rest gegeben hätte.
Zugegeben, es war ja alles anders geplant. Ende März bestellten wir eine neue Urlaubs- und Familienkutsche, die hätte auch Ende Juni da sein sollen. Das Auslieferungsdatum verzögerte sich immer weiter (Spoiler: am 23. Oktober war das Schiff dann endlich da!) und so fuhren wir dann mit einem 8 Jahre alten Panda mit 166 Tausend Umdrehungen auf dem Zähler eiskalt los. P erkundigte sich vorher noch dreist beim ADAC, wie das denn im Fall der Fälle vonstatten ginge und war froh, jetzt knapp 4000 km später über dieses Basiswissen zu verfügen.
Also riefen wir den ADAC an und berichteten, dass wir fahruntüchtig aber geschützt auf einem Parkplatz stünden. Wir wurden lokalisiert und griffen auch gleich vor, dass wir 2 Tage später am Euroshuttle sein müssten, also nicht lange Zeit für eine Reparatur in der Werkstatt hätten und das eventuelle Ersatz-Fahrzeug für Reisegepäck und Hund taugen müsse. So weit so gut, der Mechaniker würde sich etwa eine halbe Stunde bevor er da sei, melden, wir könnten jetzt also zurück in die Unterkunft (5 min zu Fuß). Wir räumten dann schon mal das Auto so weit wie wir das Gerümpel tragen konnten, aus und kehrten heim. Kurze Zeit später kam schon die Info mit der Ankunft des Mechanikers und wir trafen dann kurz vor ihm am Auto wieder ein.
Andrew war nicht nur nett und sympathisch, sondern knuddelte ungerührt „I have a German Shepherd Dog, don’t worry!“, die erst etwas territoriale Ilsi, die ihm dann im weiteren Verlauf von der Rückbank aus immer wieder mal die Ohren leckte, was ihn sehr zu freuen schien.







Nach einigem Hin und Her – das Auslesen der Fehlercodes gab keine konkrete Diagnose vor – mit Zündkerzen, Zündkerzenköpfen, sonstiges Zweizylinder-Gedöns, lokalisierte Andrew das Problem. In der Kiste war kein Tropfen Öl mehr drin, und am Auspuff war dafür alles ölig. War das jetzt das Aus? Nö, italienische macchine sind zäh! Andrew kippte einen Liter Super-Duper-One-for-all-Öl hinein, spielte ein bisschen mit Kupplung und Gas und siehe da, die Fehlermeldungen erloschen und der Motor ging auch nicht mehr aus! Eigentlich müsste er jetzt eine Probefahrt machen, druckste er herum. Aber da für ihn ja an diesem Auto alles falsch installiert sei, nahm er dann gerne Ps Angebot, als Beifahrer mitzufahren, an. Einmal 6 km ums Carée und Ps Zuversicht stieg wieder. Das klang ja alles wieder normal und fuhr sich auch unauffällig. Eine Rest-Furcht blieb jedoch, deswegen gab es nur einen Kurzausflug nach Tavistock und noch mal ins Dartmoor und zum Supermarkt. Wieder einmal bewahrheitete es sich, dass man sich nix im Leben auf morgen aufheben soll, hätten wir gestern statts zur wunderbaren Durdle Door zu fahren, uns einen faulen Lenz gemacht, hätten wir sie in diesem Urlaub nicht mehr gesehen …
